logo Trainieren statt dominieren mit schriftzug

Nein, Aus, Pfui! Sinnvoll oder kann man es besser machen?

Nein, Aus, Pfui sind Abbruchsignal die zunächst recht schnell funktionieren...
aber die Hunde erhalten nur eine einzige Information: Ich (der Halter) will das jetzt in dieser Situation nicht!

Wir Menschen setzen Abbruchsignale, die man bei uns anwendet auch auf andere oder ähnliche Situationen um und verhalten uns dann entsprechend.
Wir interpretieren also diese Abbruchsignale oder Verbote.
Dies einem Hund in den meisten Situationen zuzutrauen, wäre allerdings schon eine arge Vermenschlichung oder eine Überschätzung der Hunde.

Spreche ich gegenüber einem Hund ein Verbot (Abbruchsignal) aus, wird ein unsicherer Hund vielleicht schon beim ersten Mal gehorchen.
Wenn das ein selbstbewusster Hund ist und die Konsequenzen für ihn entsprechend, wird er beim 5 oder 10 Mal vermutlich auch gehorchen.

Aber alle Hunde nur, um Konsequenzen oder Ärger aus dem Weg zu gehen!
(Nicht vergessen, in ihren eigenen Augen machen sie nichts falsch!)

Nur, der "Ärger" (also ich!) hat ja das Verbot ausgesprochen - ergo....
"Ärger" nicht anwesend - hipp hipp hurra - jetzt kann der Hund endlich das tun, was in seinen Augen immer noch nicht falsch ist.

Wir werden dem Hund auch nicht begreiflich machen können, dass Wild jagen falsch ist oder leckere Sachen vom Boden fressen für ihn gefährlich werden könnte.

Es könnte katastrophale Folgen nach sich ziehen!

Ein Beispiel:
Mein Hund führt das "Drop", "Pfui" oder "Aus" perfekt aus, er lässt sofort und prompt alles fallen - unter einer Voraussetzung:

Ich SEHE, dass er etwas aufgenommen hat.
Hinterm Busch oder um die Ecke sehe ich das aber NICHT und Worst Case, der Hund frisst einen Giftköder...

Meine Hunde haben gelernt, erstmal nichts aufzunehmen, sondern mir Fressbares anzuzeigen, machen sie auch gerne, denn sie werden entsprechend dafür belohnt, sei es mit einem besonderen Leckerchen oder gelegentlich auch mal mit der Freigabe des Gefundenen.

Wie baue ich also ein Abbruchsignal positiv auf, denn natürlich müssen auch meine Hunde meine Grenzen kennen und akzeptieren!

Nun, für mich ist ein positives Abbruchsignal alles, was den Hund dazu bringt ein Verhalten zu zeigen, dass meinen Wünschen entspricht und...
welches der Hund gerne, und bei Bedarf auch selbständig, machen kann und möchte!

Nur muss man ihm dieses Verhalten erstmal beibringen und dass funktioniert auch - wenn es sich für ihn lohnt!
Beibringen heißt auch hier üben und immer wieder anwenden, damit es der Hund generalisiert.

Aber ich bin ein Mensch und keine Maschine. Auch mir passiert es schon mal, dass ein Nein rausrutscht. dann kommt aber unmittelbar hinterher ein Signal, welches ihn veranlasst etwas - für ihn -  Lohnenswertes zu tun.
Also wieder etwas was ich bestätigen und belohnen kann!

Schöner Nebeneffekt:

Wenn ich auch hier wieder konsequent bin, trainiere ich ja nicht nur den Hund, sondern auch mich selbst!
Es passiert mit der Zeit immer seltener, dass mir ein Nein herausrutscht!

Jürgen Kronz - Hundehalter